Der Esel mag nicht durchs Wasser waten, über einen einfachen Steg trabt er hingegen problemlos. Auch wir bauen Eselsbrücken, wenn sich das Gedächtnis störrisch weigert, etwas zu behalten. Aber woher stammt dieser Trick, Namen, Daten und Zahlen mittels witziger Sprüche zu speichern? Wir wissen, dass ihn die alten Römer populär gemacht haben. Doch sind solche Eselsbrücken nicht nur bei Kennern der Antike im Gebrauch, sondern werden bis zum heutigen Tag in vielen Sprachen und Kulturen verwendet.
Die beiden Journalisten Gerald Jatzek und Hermann Schlösser beschäftigen sich in ihrem Buch mit der langen Tradition dieser Gedächtniskunst, zeigen aber auch deren aktuellen Nutzwert auf. Schließlich geben sie Tipps, wie sich der Leser seine persönlichen Merkhilfen konstruieren kann.
1888 ist das Dreikaiserjahr der deutschen Geschichte. Wilhelm I. verstarb am 9. März.
Ihm folgte sein Sohn als Friedrich III., der an Kehlkopfkrebs erkrankt war und nicht mehr sprechen konnte. Sein Wahlspruch lautete dementsprechend "Lerne leiden, ohne zu klagen!" Er starb nach 99 Tagen.
Daraufhin bestieg sein ältester Sohn als Wilhelm II. den Thron.
Eins und dreimal acht:
Drei Kaiser an der Macht
Die Eigenschaften der drei Willys fasst ein Dreizeiler zusammen:
Wilhelm I. war der greise Kaiser,
Friedrich III. der weise Kaiser,
Wilhelm II. der Reisekaiser.

Um rhythm richtig mit zweimal H zu schreiben, merken sich englische Kids, was er bewirkt:
Rhythm helps your two hips move.
Als die Hohe Schule des Gedächtnisverses gelten Texte, die mit einprägsamen Melodien verknüpft sind. Sobald wir einen Hit aus unserer Jugend hören, fallen uns längst vergessen geglaubte Zeilen ein. Ohrwürmer mit Texten zu versehen, die man sich merken will, ist daher eine durchaus Erfolg versprechende Methode, die in unseren Breiten etwa der Hildesheimer Schuldirektor Johann Christoph Losius nützte. Für seine Singende Geografie, Darin Der Kern dieser nöthigen Wissenschafft In Deutliche Lieder Verfasset (erschienen 1708) ließ er seinen damaligen Schüler Georg Philipp Telemann komponieren.
Wer sein Ohr am MP3-Player hat, wird hingegen über harte Beats rappen:
Fischer, Klestil, Waldheim,
dieser ging schon bald heim.
Kirchschläger und Jonas
hatten beide schon was.
Schärf und Körner, Renner:
Und alle waren Männer.
Die beiden Journalisten Gerald Jatzek und Hermann Schlösser beschäftigen sich in ihrem Buch mit der langen Tradition dieser Gedächtniskunst, zeigen aber auch deren aktuellen Nutzwert auf.
Der Ennstaler 30/2008
Die österreichischen Autoren Gerald Jatzek und Hermann Schlösser haben sich dieses Problems angenommen. In ihrem neuen Buch schlagen sie vor, die Schwächen unserer grauen Zellen einfach durch Übungen Merkhilfen und
Eselsbrücken zu kompensieren.
Tiroler Tageszeitung, 19.5.2008
"Hat das Mädel Sex, ist der Bauch konvex! War das Mädel brav, bleibt der Bauch konkav!" Eine von vielen Eselsbrücken, die uns das Leben leichter machen sollen. Die beiden Journalisten Gerald Jatzek und Hermann Schlösser gehen ihnen auf den meist lustigen Grund.
Miss 7/8-2008
Vorliegende vergnügliche Merkhilfe ist reich an Illustrationen und Methodenhinweisen, wie Sie Ihrem Gedächtnis ein Schnippchen schlagen können und vom Esel zum schlauen Fuchs werden können
Jürgen Weber auf Buchkritik.at, 21.05.2008
Dieses Buch ist zwar klein, aber es ist gespickt mit vielen Informationen: Einerseits, woher die Eselbrücke kommt, und warum die Menschen im Mittelalter ein viel besseren Gedächtnis hatten als wir heutzutage. Andererseits eine Füülle von Eselsbrücken für verschiedene Begriffe.
Um den Inhalt doch nicht so trocken wirken zu lassen, ist als Vorwort ein Ausschnitt aus Hugo Wieners 'Levkojen' und als Nachwort eine griechische Anekdote abgedruckt, die einem zeigen, was aus einer gut gemeinten Eselsbrücke werden kann.
Christina Burget auf Alpha, 25.06.2008
Weitere Besprechungen 2008 in: Der Ennstaler, Kleine Zeitung, Wiener Zeitung, Wienerland
Das Buch

Gerald Jatzek / Hermann Schlösser: Wie kommt der Esel auf die Brücke? Kleine Merkhilfen gegen die große Vergesslichkeit, Styria Verlag, Wien und Graz 2008, ISBN 978-3-85485-211-7
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